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SUMMARY:Würme\, Läuse und Hypochonder: kranke Herrscherkörper und die r
 ömische Monarchie
DESCRIPTION:Eine der detailliertesten Beschreibungen kranker Herrscherkörp
 er bietet der christliche Polemiker Laktanz\, der zu Beginn des vierten Ja
 hrhunderts den Tod des Kaisers Galerius beschreibt: Dieser verhasste Chris
 tenverfolger sei von innen her von Würmern aufgefressen worden – ein Vo
 rgang\, den Laktanz genüsslich in all seinen ekelerregenden Nuancen schil
 dert. Der Detailreichtum darf allerdings nicht dazu verleiten\, hierin ein
 e ‚realhistorische‘ medizinische Beschreibung zu sehen. Vielmehr hande
 lt es sich um eine elaborierte Polemik\, die auf einer langen Traditionsli
 nie beruht\, die den tödlichen Befall durch Würmer oder Läuse als gött
 liche Strafe sah\, während der gesunde Körper ‚guter‘ Herrscher ein 
 Zeichen göttlichen Wohlwollens war. Diese Sicht auf den kranken Herrscher
 körper kontrastiert radikal mit den Zeugnissen der Hohen Kaiserzeit\, die
  ebenfalls ein ausgeprägtes Interesse an kranken Herrscherkörpern zeigen
 \, aber in der Art\, wie ein Herrscher seinem hinfälligen Körper Sorge t
 rägt\, dessen eigentliche Qualität erkennen wollen. Was der Forschung te
 ilweise als ‚Hypochondrie‘ erschien\, ist in Wahrheit eine ausgeprägt
 e Kultur aristokratischer Selbstsorge\, in die die Kaiser diskursiv eingeb
 unden waren: Ein ‚guter‘ Herrscher musste aus dieser Perspektive eigen
 tlich fast krank sein\, um wahre Tugend erkennbar werden zu lassen. Der Ko
 ntrast zu den von Würmern zerfressen Kaisern der beginnenden Spätantike 
 soll Anlass sein\, darüber nachzudenken\, wie die Christianisierung und d
 ie Transformation der römischen Monarchie sich in der Art und Weise spieg
 eln\, wie kranke Herrscherkörper beschrieben und gedeutet werden.
X-ALT-DESC:<p>Eine der detailliertesten Beschreibungen kranker Herrscherkö
 rper bietet der christliche Polemiker Laktanz\, der zu Beginn des vierten 
 Jahrhunderts den Tod des Kaisers Galerius beschreibt: Dieser verhasste Chr
 istenverfolger sei von innen her von Würmern aufgefressen worden – ein 
 Vorgang\, den Laktanz genüsslich in all seinen ekelerregenden Nuancen sch
 ildert. Der Detailreichtum darf allerdings nicht dazu verleiten\, hierin e
 ine ‚realhistorische‘ medizinische Beschreibung zu sehen. Vielmehr han
 delt es sich um eine elaborierte Polemik\, die auf einer langen Traditions
 linie beruht\, die den tödlichen Befall durch Würmer oder Läuse als gö
 ttliche Strafe sah\, während der gesunde Körper ‚guter‘ Herrscher ei
 n Zeichen göttlichen Wohlwollens war. Diese Sicht auf den kranken Herrsch
 erkörper kontrastiert radikal mit den Zeugnissen der Hohen Kaiserzeit\, d
 ie ebenfalls ein ausgeprägtes Interesse an kranken Herrscherkörpern zeig
 en\, aber in der Art\, wie ein Herrscher seinem hinfälligen Körper Sorge
  trägt\, dessen eigentliche Qualität erkennen wollen. Was der Forschung 
 teilweise als ‚Hypochondrie‘ erschien\, ist in Wahrheit eine ausgeprä
 gte Kultur aristokratischer Selbstsorge\, in die die Kaiser diskursiv eing
 ebunden waren: Ein ‚guter‘ Herrscher musste aus dieser Perspektive eig
 entlich fast krank sein\, um wahre Tugend erkennbar werden zu lassen. Der 
 Kontrast zu den von Würmern zerfressen Kaisern der beginnenden Spätantik
 e soll Anlass sein\, darüber nachzudenken\, wie die Christianisierung und
  die Transformation der römischen Monarchie sich in der Art und Weise spi
 egeln\, wie kranke Herrscherkörper beschrieben und gedeutet werden.</p>
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