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SUMMARY:Norm und Sonderfall. Kulturelle Phänomene des Altertums zwischen R
 egularität\, Distinktion und Devianz
DESCRIPTION:Es ist ein anthropologisches Grundbedürfnis\, natürliche und 
 kulturelle Phänomene nach Relationen der Ähnlichkeit und der Verschieden
 heit zu ordnen. Dabei werden Normen definiert\, denen ein Phänomen entspr
 icht oder von denen es abweicht. Solche Normsetzungen können zunächst de
 skriptive Funktion haben\, indem sie das gehäufte Vorkommnis eines Sachve
 rhalts als normal beschreiben. Sie können aber auch eine präskriptive Fu
 nktion ausüben\, wenn festgelegt wird\, was als ‚normal’ oder erstreb
 enswert gelten darf. Innerhalb jeder Gruppe\, Gesellschaft oder Kultur wer
 den Normen fortwährend neu ausgehandelt und diskutiert\, sie werden einge
 übt\, verstetigt und durchgesetzt\, kritisiert\, negiert oder unterlaufen
 . Als stillschweigend vorausgesetzte oder ausdrücklich formulierte Regula
 tive stiften sie Orientierung und leiten den Menschen in seinem Handeln an
 . Dabei impliziert die Setzung der Norm stets auch Abweichungen und Sonder
 fälle\, ohne die sie begrifflich nicht triftig sein kann: Erst in der geg
 enseitigen Bedingtheit von Normsetzung und Sonderfall und in den Diskursen
  der Rechtfertigung und Kritik\, die diese begleiten\, gewinnt der Begriff
  an Kontur.\\r\\nDie diesjährige Tagung des Doktoratsprogramms der Basler
  Altertumswissenschaften fragt nach der Bedeutung der Strukturbeziehung vo
 n Norm und Sonderfall für die Kulturen des Altertums und deren wissenscha
 ftliche Erforschung. Damit nähert sie sich einer Reihe von Fragen an\, di
 e derzeit in den unterschiedlichsten Teilbereichen der altertumswissenscha
 ftlichen Forschung präsent sind wie die Diskussion über Leitbilder\, üb
 er Welten jenseits der Norm\, über Verschiebungen im Wertgefüge vergange
 ner Gesellschaften – etwa am Beginn der Klassik\, am Ende der römischen
  Republik oder im Aufstieg des Christentums – sowie die ästhetische Ums
 etzung solcher Phänomene. Im interdisziplinären Gespräch sollen solche 
 Forschungsbemühungen mit Blick auf die Dichotomie von Norm und Sonderfall
  aufgegriffen und kritisch diskutiert werden. Nicht zuletzt soll die Frage
  auch als methodologische Herausforderung zur Sprache kommen.
X-ALT-DESC:<p>Es ist ein anthropologisches Grundbedürfnis\, natürliche un
 d kulturelle Phänomene nach Relationen der Ähnlichkeit und der Verschied
 enheit zu ordnen. Dabei werden Normen definiert\, denen ein Phänomen ents
 pricht oder von denen es abweicht. Solche Normsetzungen können zunächst 
 deskriptive Funktion haben\, indem sie das gehäufte Vorkommnis eines Sach
 verhalts als normal beschreiben. Sie können aber auch eine präskriptive 
 Funktion ausüben\, wenn festgelegt wird\, was als ‚normal’ oder erstr
 ebenswert gelten darf. Innerhalb jeder Gruppe\, Gesellschaft oder Kultur w
 erden Normen fortwährend neu ausgehandelt und diskutiert\, sie werden ein
 geübt\, verstetigt und durchgesetzt\, kritisiert\, negiert oder unterlauf
 en. Als stillschweigend vorausgesetzte oder ausdrücklich formulierte Regu
 lative stiften sie Orientierung und leiten den Menschen in seinem Handeln 
 an. Dabei impliziert die Setzung der Norm stets auch Abweichungen und Sond
 erfälle\, ohne die sie begrifflich nicht triftig sein kann: Erst in der g
 egenseitigen Bedingtheit von Normsetzung und Sonderfall und in den Diskurs
 en der Rechtfertigung und Kritik\, die diese begleiten\, gewinnt der Begri
 ff an Kontur.</p>\n<p>Die diesjährige Tagung des Doktoratsprogramms der B
 asler Altertumswissenschaften fragt nach der Bedeutung der Strukturbeziehu
 ng von Norm und Sonderfall für die Kulturen des Altertums und deren wisse
 nschaftliche Erforschung. Damit nähert sie sich einer Reihe von Fragen an
 \, die derzeit in den unterschiedlichsten Teilbereichen der altertumswisse
 nschaftlichen Forschung präsent sind wie die Diskussion über Leitbilder\
 , über Welten jenseits der Norm\, über Verschiebungen im Wertgefüge ver
 gangener Gesellschaften – etwa am Beginn der Klassik\, am Ende der römi
 schen Republik oder im Aufstieg des Christentums – sowie die ästhetisch
 e Umsetzung solcher Phänomene. Im interdisziplinären Gespräch sollen so
 lche Forschungsbemühungen mit Blick auf die Dichotomie von Norm und Sonde
 rfall aufgegriffen und kritisch diskutiert werden. Nicht zuletzt soll die 
 Frage auch als methodologische Herausforderung zur Sprache kommen.</p>
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