Schwerpunkt Alte Geschichte

Inhalt: Die Alte Geschichte leistet einen transdisziplinären Beitrag zum Studium der Altertumswissenschaften, weil sie sich als Teil sowohl der allgemeinen Geschichte wie auch der Altertumswissenschaften versteht. Die Alte Geschichte behandelt die griechischen und römischen Kulturen von den Anfängen bis zum Ende der Antike nach allen Fragestellungen und Perspektiven, wie sie die Geschichtswissenschaft insgesamt entwickelt hat. Dabei gilt das Interesse ebensosehr den einzelnen Phänomenen der antiken Kulturen in ihrer Eigenständigkeit und Fremdheit wie auch denjenigen Entwicklungen, die über das Altertum hinaus als immer wieder neu konstruiertes Bild der Antike bis in unsere Zeiten normativ gewirkt haben (z.B. die athenische Demokratie oder das römische Staatsdenken). Das Studienobjekt der Alten Geschichte bietet darüber hinaus eine einzigartige Gelegenheit, die antiken Kulturen des Mittelmeerraums in ihrer Verflechtung und in ihrem Austausch, in den Prozessen von Abgrenzung und Integration zwischen Eigenem und Fremden unter den Aspekten der Interkulturalität zu untersuchen.
Eine besondere Chance des Studiums in Alter Geschichte ist die Quellenlage: Für die Erforschung der Antike steht ein begrenztes Korpus von Quellen zur Verfügung, das gerade deswegen vertieft kritisch und umfassend befragt werden kann. Der Zwang zur Methodenreflexion lädt dazu ein, mit vergleichendem Vorgehen Erkenntnismodelle und Ansätze anderer Wissenschaftszweige (Sozialanthropologie, Politikwissenschaft, Soziologie, Sprach-, Literatur- und Bildtheorie etc.) und der Neueren Geschichte (z.B. Geschlechter-, Umwelt-, Kulturgeschichte) für die Erforschung des Altertums fruchtbar zu machen.

Studienziele: Im Zentrum des Studiums der Alten Geschichte stehen partizipatorische Lehrveranstaltungen, die durch Vorlesungen ergänzt werden. Dies fordert von den Studierenden eine aktive Auseinandersetzung mit Quellentexten und Literatur und bietet ihnen auf diese Weise die Möglichkeit,

  • sich in die philologisch-historische Methode, die im 19. Jahrhundert entstand und bis heute verändert und präzisiert Grundlage der Altertumswissenschaften ist, einzuarbeiten;

  • sich die Methoden und Problemlösungsansätze der aktuellen Geschichtsforschung (bildwissenschaftliche, diskursanalytische, geschlechtertheoretische, historisch-anthropologische, kulturwissenschaftliche, literaturtheoretische Ansätze) anzueignen;

  • kreativ und kritisch diese methodologischen Grundlagen in der Interpretation der unterschiedlichen Quellentexte und -materialien konkret umzusetzen;

  • neben einem allgemeinen Überblick über die Geschichte der Antike Schwerpunktwissen in einzelnen Teilgebieten zu erwerben;

  • die eigenen Ergebnisse und Erkenntnisse in mündlicher und schriftlicher Form angemessen zu präsentieren;

  • im Gespräch und in gemeinsamer Arbeit mit Mitstudierenden die Fähigkeit zur Zusammenarbeit und generell soziale Kompetenzen zu entwickeln.

Hinweise zu Sprachanforderungen: Für das Studium der Altertumswissenschaften mit Schwerpunkt Alte Geschichte auf BA-Niveau sind Lateinkenntnisse auf Maturitätsniveau erforderlich. Studierende, die nicht über hinreichende Lateinkenntnisse verfügen, können diese bis zum Ende des Grundstudiums nachholen. Zudem werden Kenntisse in deutscher, englischer und französischer Sprache erwartet. Italienischkenntnisse sind hilfreich.

Prüfungsanforderungen: Mit den Prüfungskandidaten wird in der Regel festgelegt

> Ein Themenbereich in der griechischen Geschichte
> Ein Themenbereich in der römischen Geschichte
> Ein Themenbereich im weiteren altertumswissenschaftlichen Kontext des Schwerpunktes

In allen drei Themenbereichen muss der Ausweis über hinreichende Kenntnis von einschlägiger Literatur erbracht werden (je 5-600 Seiten plus 2 Quellen, die mit dem Prüfenden abgesprochen werden).

Achtung: Das Thema, das mit der benoteten Seminararbeit abgedeckt wurde, darf nicht mit einem der gewählten Themenbereiche identisch sein.

Prüfungsablauf: Die BA Prüfung besteht aus einer vierstündigen schriftlichen Prüfung. Aus jedem Themenbereich wird für die Prüfung ein Thema zur Bearbeitung gestellt. In der Prüfung werden zwei der drei Themen vom/von der KandidatIn ausgewählt und behandelt.