Schwerpunkt Naturwissenschaftliche Archäologie

Inhalt: Der Schwerpunkt Naturwissenschaftliche Archäologie zielt auf eine breite Ausbildung in den wichtigsten naturwissenschaftlichen Methoden, welche in den Altertumswissenschaften zur Anwendung gelangen (in Basel im speziellen Archäobotanik, Archäozoologie, Geoarchäologie, Anthropologie). Die Methoden der Naturwissenschaftlichen Archäologie sind an keine zeitlichen und geographischen Grenzen gebunden. Ihre Ergebnisse erlauben Aussagen zur Umwelt, zur Wirtschaftsweise, zur Ernährung, zum Gesundheitszustand, zum Aussehen und zum körperlichen Entwicklungszustand von Mensch und Tier. Zudem helfen Naturwissenschaften bei der funktionellen Interpretation von Grabungsbefunden und -strukturen. Es werden einerseits die naturwissenschaftlichen Grundlagen behandelt, andererseits liegt der Schwerpunkt der Ausbildung auf den spezifischen, in der Archäologie zur Anwendung gelangenden Methoden.

Studienziele: Die Studierenden erwerben einen Überblick über die wichtigsten in der Archäologie anwendbaren naturwissenschaftlichen Methoden. Behandelt werden insbesondere Methoden der Archäobiologie (Archäobotanik, Archäozoologie, Anthropologie, inkl. alte DNA) und der Geoarchäologie (Sedimentologie, Mikromorphologie, Quartärgeologie), welche im Rahmen grösserer Ausgrabungen routinemässig zur Anwendung gelangen. Daraus abgeleitet werden Erkenntnisse zur Befundinterpretation, zur Entwicklung des Menschen, zu den vom Menschen genutzten Rohstoffen und den damit verbundenen Technologien, zur Wirtschaft und Wirtschaftsentwicklung, zur Umwelt und zur Umweltentwicklung, zur Ernährung von Menschen und Haustieren und deren Veränderung im Lauf der Zeit sowie zur Sozialgeschichte.
Im Schwerpunkt Naturwissenschaftliche Archäologie sind Theorie und Praxis eng verknüpft. Ein besonderes Gewicht haben dabei materialbezogene Bestimmungs- und Analyseübungen. Dazu gehören Praktika und Bestimmungsübungen in der Archäobiologie, der Anthropologie und der Geoarchäologie. Somit erlangen die Studierenden praktische Kompetenzen im Bestimmen von Tier- und Menschenknochen, botanischen Makroresten sowie anthropogen entstandenen Sedimenten. Durch die Teilnahme an Feldkursen und Lehrgrabungen erlangen die Studierenden praktische Kompetenzen in der Anwendung naturwissenschaftlicher Feldmethoden, insbesondere in der archäobotanischen, archäozoologischen und geologisch-bodenkundlichen Beprobung von archäologischen Ausgrabungen.