Interdisziplinäres Forschungsprojekt «CVMBAT»

Die frührömischen Militaria im Surses werden seit ihrer Entdeckung im Jahr 2002 mit dem u. a. von Strabon (Geographika 4, 6, 9) geschilderten Alpenfeldzug des Kaisers Augustus (27 v. Chr. – 14 n. Chr.) in Verbindung gebracht. Strabon zufolge sollen die beiden Adoptivsöhne des Augustus – Tiberius und Drusus – sowie ein weiterer hochrangiger Offizier im Jahr 15 v. Chr. «die Alpenvölker in einem einzigen Sommer» unterworfen haben. 

Bei der archäologisch-historischen Interpretation der Funde ist jedoch zu berücksichtigen, dass das imperium Romanum schon früher, d. h. seit Beginn des 1. Jh. v. Chr., immer wieder versucht hat, die «Alpenvölker» zu unterwerfen. Es ist deswegen noch offen, ob die Befunde und Funde tatsächlich aus der Zeit des Alpenfeldzugs stammen, oder (zum Teil?) einen älteren, in den Schriftquellen nicht erwähnten Vorstoss von Einheiten der III., X. und XII. Legion in das Gebiet der einheimischen Suanetes bezeugen.

Das Forschungsprojekt CVMBAT (rätoromanisch für Schlacht, Kampf) wurde 2021 vom Archäologischen Dienst Graubünden und der vom Kanton Aargau mitfinanzierten Vindonissa-Professur lanciert. 

Beteiligt sind u. a. das Institut für Geomatik der Fachhochschule Nordwestschweiz, die Bayerische Akademie der Wissenschaften, das Inventar Fundmünzen der Schweiz, das Forensische Institut Zürich, das Institut für Rechtsmedizin der Universität Bern, die École des Sciences Criminelles der Université de Lausanne, Forscher:innen der Integrativen Prähistorischen und Naturwissenschaftlichen Archäologie, die Arbeitsgemeinschaft Prospektion Schweiz sowie Archäologie-Studierende der Universitäten Basel, Bern und Zürich.

Finanziell unterstützt wird CVMBAT u. a. vom Bundesamt für Kultur, der Dr. Daniel Schuhmann-Stiftung, dem Dr. Daniel Schuhmann-Fonds, der Freiwilligen Akademischen Gesellschaft Basel, der Ernst Göhner Stiftung und der UBS-Kulturstiftung.

 

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