
E. Paulin-Grothe
In den 1990er-Jahren fanden unter der Leitung des Deutschen Archäologischen Instituts Abteilung Kairo (DAIK) archäologische und epigraphische Untersuchungen in TT95A/B und TT84 (inkl. K453, K90) statt. Offene Grabeingänge wurden mit Eisentüren gesichert. Die lokale Altertümerbehörde (SCA) reinigte Wandmalereien in TT95A, während das DAI Konservierungsarbeiten in TT84 übernahm.
Ein Münchner Forschungsteam um Andreas Nerlich führte 1996/97 anthropologische Studien durch, bei denen eine hölzerne Zehenprothese an einer weiblichen Mumie entdeckt wurde. 1997 erfolgte eine kurze Untersuchung in K555, wodurch dessen Besitzer Amenhotep identifiziert wurde.
Zwischen 2003 und 2013 fanden acht Grabungskampagnen in TT95 statt, die von der Universität Basel unterstützt wurden. In diesen Zeitraum fielen zudem Restaurierungs- und Konservierungsmassnahmen – unter anderem in TT84 – sowie eine weitere anthropologische Studie.

M. Kačičnik
2014 genehmigte das ägyptische Antikenministerium die Übertragung der Konzession vom DAI an die Universität Basel. Vorbereitende Kampagnen 2014/2015 dienten der Planung der Grabung am Schuttkegel AU1000, der Dokumentation der Verbindung zwischen TT84 und K555, dem Test von Laserscanning-Methoden sowie der Prüfung geologischer Fragestellungen.
Seither führte das von der Universität Basel geleitete Projekt Life Histories of Theban Tombs (LHTT) bis zum Frühjahr 2019 sieben Feldkampagnen durch, in Zusammenarbeit mit der Universität Zürich (Bioarchäologie) und der ETH Zürich (Ingenieurgeologie, Geodäsie) sowie einem internationalen Expertenteam. Finanziert wird es durch die Gertrud Mayer Foundation Basel sowie den Schweizerischen Nationalfonds. Zusätzlich fanden 2016/2017 vier Studienaufenthalte im Ägyptischen Museum Kairo zur Neubewertung der Zehenprothese und beschrifteter Mumienbinden statt.
Seit 2018 laufen zudem chemische Analysen von Pigment-, Mörtel- und Putzproben durch Fachleute in Kairo, ergänzt durch Holzuntersuchungen an der Universität Kairo.

M. Kačičnik
Seit 2023 liegt der Projektfokus auf dem Areal um K555 südlich von TT84 sowie auf TT95. In mehreren Kampagnen wurden Vorhof und Inneres des Grabes vollständig freigelegt, wobei zahlreiche Bestattungen, Wandmalereien und Spuren koptischer Weiternutzung zutage kamen. Im Vorhof von K555 wurde zudem der rund 13 Meter tiefe Schacht H untersucht: einige Sarg- und Mumienfunde konnten bereits geborgen werden. Die Kammern am unteren Ende der Schachtanlage werden in naher Zukunft erforscht. Weiter widmen sich die bevorstehenden Kampagnen der architektonischen Dokumentation, der Konservierung der geborgenen Funde sowie der weiteren Untersuchung des neuen Grabes AU3000.
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