Die Geschichte der Basler Ägyptologie

Ursula Schweitzer

Ursula Schweitzer

Siegfried Morenz

Siegfried Morenz

Erik Hornung

Erik Hornung

Antonio Loprieno

Antonio Loprieno

Susanne Bickel

Susanne Bickel

1950–1960

Ursula Schweitzer, die in Basel wirkte, ist die Begründerin der Ägyptologie in der deutschsprachigen Schweiz. Sie war 1916 als Auslandschweizerin in Stuttgart geboren worden. Sie studierte ab 1935 in München und Berlin Ägyptologie (bei Alexander Scharff), Klassische Archäologie und Alte Geschichte. 1942 promovierte sie bei Scharff, bei dem sie Assistentin war und während der Kriegsjahre mit der Organisation der Auslagerung der Bestände der Sammlung und der Bibliothek in die bayerischen Berge betraut war. Gegen Kriegsende kam sie in ihr Heimatland, und zwar nach Basel, ans Institut für Ur- und Frühgeschichte der Schweiz. Ursula Schweitzer bereiste Ägypten und den Sudan (1954, 1956, 1958), zusammen mit ihrer Freundin und Schülerin Gertrud Mayer, sowie den Vorderen Orient (1957). Sie war Attachée étrangère des Institut Français d'Archéologie Orientale in Kairo und Korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts in Kairo. Im Sommer 1950 wurde sie an der Universität Basel habilitiert. Da die Universitätsbibliothek Basel 1946, nach dem Tod des Neuenburger Ägyptologen Gustave Jéquier (1868-1946), dessen umfangreiche wissenschaftliche Bibliothek erwerben konnte, war für den Aufbau des Faches eine gute Ausgangsposition gegeben. 1953 erhielt Ursula Schweitzer einen Lehrauftrag für Ägyptologie und 1957 wurde sie zur Extraordinaria ernannt. Eine erste Promotion unter ihrer Leitung erfolgte 1959/1960. Ursula Schweitzer starb 1960 mit 43 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit mitten aus der Arbeit heraus.

Nachrufe: Archiv für Orientforschung [AfO] 19, 1959-60, 268 (Hellmut Brunner); Chronique d'Égypte [CdÉ] 35, 1960, 195-197 (A. Mekhitarian); Zeitschrift für ägyptische Sprache und Kultur [ZÄS] 85, IV (Hanns Stock); Zeitschrift der deutschen morgenländischen Gesellschaft [ZDMG] 112, 1962, 1-5 (Peter Kaplony).

1961-1966

Nach Vertretungen durch Eberhard Otto und Erich Lüddeckens konnte der Lehrstuhl bereits 1961 wiederbesetzt werden, indem der Leipziger Siegfried Morenz (1914-1970) als persönlicher Ordinarius für Ägyptologie nach Basel berufen wurde. 1966 kehrte er wieder an das Leipziger Ägyptologische Institut, das er auch während seiner Zeit in Basel weiter betreut hatte, zurück. 

Nachruf:  Zeitschrift für ägyptische Sprache und Altertumskunde [ZÄS] 99, 1973, I-III (Elke Blumenthal/Fritz Hintze); Archiv für Papyrusforschung und verwandte Gebiete [APF] 22-23, 1974, 401-402 (Ulrich Luft).
Bibliographie: Zeitschrift für ägyptische Sprache und Altertumskunde [ZÄS] 99, 1973, IV-X (Angela Heller) und Nachtrag 100, 1974, 76.

1967-1998

Nach Vertretungen durch Hellmut Brunner und Philippe Derchain wurde Erik Hornung (geb. 1933) auf den nunmehr gesetzlichen Lehrstuhl für Ägyptologie berufen. Im folgenden Jahr erfolgte ein Wechsel des Domizils vom Stapfelberg in das Gebäude der Universitätsbibliothek an der Schönbeinstrasse 18/20. Im Jahre 1998 wurde Erik Hornung emeritiert.

1998-2000

Zwei Jahre lang erfolgte der Betrieb des Basler Seminars durch Vertretungen, und zwar je ein Semester lang durch Karl Jansen-Winkeln, Rolf Krauss, Heike Sternberg-El Hotabi sowie gemeinsam vom Mittelbau des Ägyptologischen Seminars in Eigenregie.

2000-2015

Im Frühjahr 2000 trat Antonio Loprieno (geb. 1955) die Stelle als Ordinarius an. Im Frühjahr 2000 trat Antonio Loprieno die Stelle als Ordinarius für Ägyptologie an. Von 2005–2015 amtierte er als Rektor der Universität Basel.

2004

zog das Ägyptologische Seminar in Räumlichkeiten im Bernoullianum (Bernoullistrasse 30/32). Im Sommer 2010 erfolgte der Umzug in den Rosshof am Petersgraben 51 und die Gründung des Departements Altertumswissenschaften, in dem alle früheren altertumswissenschaftlichen Seminare ihrer Bibliotheken zusammenlegten und fortan als Fachbereiche mit teilweise gemeinsamem Curriculum kooperieren.

2006-

wurde Susanne Bickel, vorerst als Vertreterin von Antonio Loprieno, zur Extraordinaria gewählt. Seit 2011 ist sie Fachbereichsleiterin, 2014 wurde sie zur Full Professor für Ägyptologie ernannt.

Zum Gedenken an Rudolf Jaggi (1940-2015)

Ruedi Jaggi 2011

Ruedi Jaggi 2011

Rudolf (Ruedi) Jaggi, Musikpädagoge und Komponist, war regelmässiger und aktiver, als Hörer eingeschriebener Besucher der ägyptologischen Lehrveranstaltungen von 1985 bis zu seiner Erkrankung im Jahr 2014. Im Jahr 2005 war er mit Begeisterung Mitarbeiter auf der Ausgrabung des Basler Projekts im Tal der Könige, wo er rezente Funde dokumentierte. Seine Untersuchungen mündeten in einen Vortrag, gehalten 2007 in Basel an der Tagung «Zur modernen Geschichte des Tals der Könige» und in einem Buchkapitel der entsprechenden Publikation:
Rudolf Jaggi, Fortschreibung der Geschichte des Tals der Könige: neuzeitliche Funde, in: Hanna Jenni (Hg.), Zur modernen Geschichte des Tals der Könige. Tagung in Basel vom 1. September 2007 mit Beiträgen zum Grab Ramses' X. (KV 18) und zu Funden aus moderner Zeit (Aegyptiaca Helvetica [AH] 25), Basel: Schwabe 2015 (ISBN 978-3-7965-3385-3), 75-125.

Seit 1989 reiste Ruedi Jaggi fast jedes Jahr ins Niltal. Er war nicht nur von den pharaonischen Altertümern, sondern auch vom modernen Ägypten fasziniert. Viele Erträge seiner Studien und Reisen veröffentlichte er in der Zeitschrift Kemet - Die populärwissenschaftliche Zeitschrift für Ägypten in deutscher Sprache (erschienen von 1992 bis 2014).
Diese Beiträge werden hier mit freundlicher Genehmigung und Zurverfügungstellung von G. Höber & A. Kamel vom Kemet-Verlag, Berlin, als pdf-Dokumente zum Download zur Verfügung gestellt.

UB-Gebäude

UB-Gebäude

Bernoullianum

Bernoullianum

Rosshof

Rosshof